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Masseverzeichnis

Quelle: InsbürO 2012, 365

Gem. § 151 InsO hat der Insolvenzverwalter ein Verzeichnis der einzelnen Gegenstände der Insolvenzmasse aufzustellen. Zur Insolvenzmasse gehört entsprechend § 35 InsO das gesamte Vermögen, das dem Insolvenzschuldner zzt. der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gehört und welches er während des Verfahrens hinzuerlangt.

Diese Insolvenzmasse hat der Insolvenzverwalter entsprechend seiner Verpflichtung aus § 148 InsO nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sofort in Besitz und in seine Verwaltung zu nehmen. Damit festgestellt werden kann, welche Gegenstände durch den Insolvenzverwalter vorgefunden wurden und um dem Insolvenzverwalter als auch dem Insolvenzgericht, dem Insolvenzschuldner und den Insolvenzgläubigern einen Überblick über die Zusammensetzung der Insolvenzmasse zu ermöglichen, soll i.d.R. in jedem Verfahren ein Masseverzeichnis aufgestellt werden. Im Einzelfall kann dies zu unlösbaren Schwierigkeiten führen, wenn bspw. die Zahl der Massegegenstände zu groß ist und/oder eine Fluktuation der Massegegenstände eine Bestimmung aller einzubeziehenden Gegenstände zu einem bestimmten Zeitpunkt unmöglich macht. In solchen Fällen kann das Insolvenzgericht dem Insolvenzverwalter gem. § 151 Abs. 3 InsO auf Antrag gestatten, die Aufstellung eines Masseverzeichnisses zu unterlassen. Wurde in dem Insolvenzverfahren ein Gläubigerausschuss eingesetzt, kann der Insolvenzverwalter einen solchen Antrag nur mit Zustimmung dieses Gläubigerausschusses stellen.

Zusammen mit dem Gläubigerverzeichnis gem. § 152 InsO stellt das Masseverzeichnis nach § 151 InsO die Basis für die vom Insolvenzverwalter gem. § 153 InsO zu erstellender Vermögensübersicht dar. Diese geht über eine Inventaraufstellung nach dem HGB hinaus, da es alle Massegegenstände aufzulisten hat und auch nicht einzelne Gegenstände außer Betracht lassen darf, wenn diese auch nach den handelsrechtlichen Regelungen evtl. nicht inventarpflichtig wären.

Das Masseverzeichnis hat nicht nur die einzelnen Gegenstände der Insolvenzmasse aufzulisten, sondern entsprechend § 151 Abs. 2 InsO zu jedem einzelnen Gegenstand dessen Wert anzugeben. Hängt der Wert davon ab, ob das schuldnerische Unternehmen fortgeführt wird oder nicht, sind beide Werte anzugeben. Kann diese Werteinschätzung nicht vom Insolvenzverwalter erwartet werden, kann dieser die Bewertung einem Sachverständigen übertragen.

Dieses Masseverzeichnis mit seinen entsprechenden Wertangaben kann für die Insolvenzgläubiger hilfreich sein, um im Insolvenzverfahren sinnvolle Entscheidungen über die Verwertung der Insolvenzmasse, die Fortführung des schuldnerischen Unternehmens usw. zu treffen. Das Insolvenzgericht kann anhand des Masseverzeichnisses den Schlussbericht des Insolvenzverwalters kontrollieren, ob dieser bei der Verwertung des schuldnerischen Vermögens keinen Gegenstand übersehen hat bzw. ob die prognostizierten Werte in der Verwertung erreicht wurden.